DUZ - Junghans

Extracts from the "Deutsche Uhrmacher-Zeitung"
 
 
1905, Nr. 15 page 246
Die Vereinigten Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans und Thomas Haller Akt.-Ges. in Schramberg haben im letzten, am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahre einen Reingewinn von 588917 Mark (gegen 708648 Mark im Vorjahre) erzielt. Die Verwaltung brachte eine Dividende von 7 1/2 Prozent (gegen bisher 9 Prozent) in Vorschlag.
 
 
1906, Nr. 19 page 307
Die Vereinigten Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans und Thomas Haller Akt.-Ges. in Schramberg hielten am 11. September ihre Generalversammlung ab, in der 4218 Aktien vertreten waren. Dabei wurden die Anträge des Vorstandes und Aufsichtsrats einstimmig genehmigt und die Dividende auf 6 Prozent festgelegt.
 
1909, Nr. 1 page 15
Junghans- und Schwenninger Fabrikate. Die Vereinigten Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans und Thomas Haller A.-G. in Schramberg und Schwenningen machen bekannt, daß sie in Zukunft auch in Schweninngen erzeugten Fabrikate von Schramberg aus verkaufen werden. Alle Bestellungen und Zahlungen sind daher von nun an nach Schramberg allein zu richten. Beide Sorten Fabrikate werden getrennt behandelt, indem die Schramberger Fabrikate stets als "Junghans-Fabrikate", die anderen als "Schwenninger Fabrikate" bezeichnet werden. Die Junghans-Fabrikmarke bleibt nach wie vor ausschließlich den in Schramberg fabrizierten Uhren vorbehalten, während alle in Schwenningen fabrizierten Uhren nach wie vor die Haller-Marke tragen.
 
1909, Nr. 16 page 287
Vereinigte Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans und Thomas Haller Akt.-Ges. in Schramberg. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahre 1908/09 einschließlich 95662 Mark (i.V. 72516 Mark) Vortrag einen Reingewinn von 525278 Mark (i. V. 530050 Mark). Der Aufsichtsrat schlägt bei 302123 Mark (311152 Mark) Abschreibung 6% (wie i. V.) Dividende vor. Der Vortrag erhöht sich auf 97693 Mark.
 
1909, Nr. 20 page 358
Vereinigte Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans und Thomas Haller Akt.-Ges. in Schramberg. In der am 28. September abgehaltenen Generalversammlung der Gesellschaft waren 4616 Aktien vertreten. Die Anträge der Verwaltung, insbesondere die Verteilung einer Dividende von 6 % (wie im Vorjahre), wurden genehmigt. Die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wieder und anstelle des verstorbenen Herrn Dr. Steiner Herr Gustav v. Müller in Stuttgart neu gewählt.
 
1911, Nr. 4 page 62
Die Radium-Uhren der Firma Vereinigte Uhrenfabriken von Gebr. Junghans & Thomas Haller A.-G. in Schramberg sind, wie wir in den beiden letzten Nummern mitgeteilt haben, Gegenstand eines prozesses, der am 15. April vor dem Kammergericht entschieden werden soll, nachdem gegen das Urteil des Landgerichts Berufung eingelegt worden ist. Wie uns von beteiligter Seite mitgeteilt wird, scheint das bisher ergangene Urteil nicht in allen Punkten stichhaltig zu sein. Übrigens bestitzt die Firma Junghans, selbst wenn das angefochtene Gebrauchsmuster fallen würde, in der gleichen Sache noch eine genügende Anzahl von Schutzrechten, um den Markt in Radium-Uhren wenigstens was Deutschland anbetrifft, nach wie vor zu beherrschen.
 
1911, Nr. 16 Page 274
Gebrüder Junghans Aktien-Gesellschaft. Der Generalversammlung der Vereinigte Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans & Thomas Haller A.-G., die, wie wir schon in der vorrigen Nummer berichtet haben, am 21. August in Stuttgart zusammentritt, wird der Antrag unterbreitet werden, den Namen der Gesellschaft in "Gebrüder Junghans A.-G. umzuändern.
 
1911, Nr. 18 page 309
Vereinigte Uhrenfabriken von Gebrüder Junghans & Thomas Haller A.-G. in Schramberg. Zum letzten Male werden unsere Leser diese lange Firmenbezeichnung in unserer Zeitung finden, denn in der kürzlich stattgehabten ordentlichen Generalversammlung ist beschlossen worden, daß die Gesellschaft von nun an nur noch "Gebrüder Junghans Aktien-Gesellschaft" firmiert. Damit ist nicht nur eine sehr angenehme Vereinfachung für alle Geschäftsfreunde der Firma erzielt worden, sondern auch die alte gute Firma wieder zu der ihr gebührenden Ehre gelangt. In der erwähnten Versammlung waren 4665 Aktien vertreten. Die Anträge des Aufsichtsrates und Vorstandes wurden einstimmig genehmigt und die Ausschüttung einer sofort zahlbaren Dividende von 8% nach einer Dotierung des ordentlichen Reservefonds mit 38332,40 Mark und einer Zuweisung an die Extrareserve von 150000 Mark beschlossen, wobei zum Vortrag auf neue Rechnung 115354,60 Mark verblieben. Ebenso wurde einstimmig die Erhöhung des Aktienskapitals um 2000000 Mark auf 8000000 Mark beschlossen. Das gesamte neue Kapital wurde von einem Konsortium, bestehend aus der Kgl. Württ. Hofbank G.m.b.H, der Württ. Vereinsbank, der Firma Doertenbach & Co. G.m.b.H und der Württ. Bankanstalt vorm. Pflaum & Co. zu pari unter der Verpflichtung zur Tragung sämtlicher Kosten übernommen, wogegen sich das Konsortium verpflichtet, den bisherigen Aktionären auf je drei alte Aktien eine neue zum Kurs von 111% zu liefern.
 
1912, Nr. 21 page 351, Nr. 22 page 367
Der Streit um die Radium-Zifferbltter ist nunmehr von dem Kammergericht in Berlin dahin entschieden worden, daß die Klage der Firma Gebr. Junghans A.-G. gegen Herrn Ludwig Simon abgewiesen wurde. Wie uns die Firma Gebr. Junghans mitteilt, bestehen indessen noch einige ihrer Schutzrechte an den Radiumblättern zu Recht, so insbesondere die Anordnung von Pinkten bei den Zahlen und durchbrochenen Zeigern.
 
- Nicht vom Kammergericht, sondern in letzter Instanz vom Reichsgericht.
 
1913, Nr. 16 page 265
Gebrüder Junghans A.-G. Schramberg. In der am 26. Juli abgehaltenen Aufsichtsratssitzung wurde die Bilanz 1912/13 vorgelegt. Der Reingewinn beträgt einschließlich des Vortrages von 127355 Mark (im Vorjahre 115354 Mark) 1052633 Mark (im Vorjahre 975963 Mark), woran zum ersten Male das auf 8 Millionen erhöhte Aktienkapital voll teilnimmt. Es wird der auf dem 26. August einberufenen Generalversammlung vorgeschlagen werden, wie im Vorjahre eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen, bei Zuweisung von 46263 Mark (im Vorjahre 43030 Mark) an den ordentlichen und von 150000 Mark (im Vorjahre 150000 Mark) an den außerordentlichen Reservefonds. Dieses vortreffliche Ergebnis ist ohne Zweifel der zielbewußten Geschäftsleitung zuzuschreiben und umso anerkennenswerter, als schon seit einer Reihe von Jahren ganz außerordentliche Abschreibungen durchgeführt werden.
 
1917, Nr. 6 page 85
Die Firma Gebr. Junghans A.G. in Schramberg hat für die Kriegshilfe für Industrie und Handel in Würtemberg 10000 Mark, für die Nationalstiftung für Hinterbliebene im Kriege Gefallener 10000 Mark sowie für den Schwäbischen Siedlungsverein 3000 Mark gestiftet.
 
1917, Nr. 25 age 251
Zwei Millionen Mark hat die Uhrenfabrik Gebrüder Junghans A.G. in Schramberg auf die siebente Kriegsanleihe gezeichnet.
 
1917, Nr. 36 page 345
Die Uhrenfabrik Gebrüder Junghans A.G. in Schramberg hat das Messingwerk Schwarzwald in Villingen erworben und will es bedeutend vergrößern.
 
1920, Nr. 37 page 369
Gebr. Junghans A.-G., Uhrenfabrik in Schramberg. Die Gesellschaft veröffentlich die Bilanz für den 31. März 1920, die den Charakter einer Zwischenbilanz hat, da der Schluß des Geschäftsjahres bekanntlich auf den 30. Juni verlegt wurde. Es ergibt sich nach 2,54 (i. V. 0,51) Millionen Mark Abschreibungen, ein zunächst vorzutragende Reingewinn von 3,05 (1,94) Millionen, über dessen Verwendung die ordentliche Generalversammlung Mitte Oktober beschließen wird. Über den Geschäftsgang wird mitgeteilt, daß jetzt, wie überall, eine gewisse Stockung eingetreten ist, jedoch galube man vorhersagen zu dürfen, daß eine höhre Dividende ausgeschüttet werden könne als für das lezte Jahr (12%). Nach der Bilanz betragen Beteiligungen und ausländische Unternehmungen 6562879 Mark (3070626 Mark), Vorräte 24330878 Mark (4441409 Mark). bar und Wechsel 1171616 Mark (1095028 Mark), Wertpapiere 1368756 Mark (2476100 Mark), Schuldner 18 120616 Mark (7312240 Mark) und andererseits Gläubiger 26574759 Mark (9362088 Mark).
 
1924, Nr. 13 page 181
Die Gebrüder Junghans A.-G. gibt ein sehr nettes Heftchen heraus, betitelt "Die Junghans-Taschenuhr". Es enthält eine für Laien bestimmte ganz kurze übersicht über die Fabrikation mit Abbildungen aus den Junghansfabriken. Zum Schluß werden die verschiedenen Werktypen gezeigt. So nett dieses Heftchen auch ist, so können wir uns mit dem Gedanken, der seiner Schaffung zugrunde liegt, doch nicht einverstanden erklären; denn es bedeutet nichts anderes, als eine durch die Uhrmacher selbst an die Privatkundschaft zu verteilende Markenreklame für ein bestimmtes Fabrikat.  Ebensowenig können wir es gutheißen, daß die Gebrüder Junghans A.-G. wieder zu einer anderen Form der Markenreklame übergegangen ist, indem sie in das Reichskursbuch Lesezeichen einlegen ließ. Wenn hierdurch, da zurzeit das Reichskursbuch ja kaum einen belangreichen Leserkreis haben dürfte, auch nicht viel Unheil angerichtet werden kann, so handelt es sich doch um eine grundsätzliche Frage, unsere Stellungnahme hierzu haben wir genugsam bekanntgegeben.
 
1924, Nr. 14 page 196
Dr. Oskar Junghans - Dr. Ing. h. c.
Die Herrn, Dr. Oskar Junghans zuteil gewordene Ehrung lenkt den Blick auf diesen Führer in der deutschen Uhrenindustrie, der bisher, soweit die Uhrmacherwelt in Frage kommt, recht in der Stille tätig gewesen ist. Es dürfte aber auch in unseren Kreisen interessieren, etwas Näheres über das Leben und Wirken dieses Mannes zu erfahren.
Er wurde als zweiter Sohn des Geheimen Kommerzienrat Dr. ing. h. c. Arthur Junghans, dessen ältester Sohn Direktor Erwin Junghans ist, am 20. November 1876 geboren. Von Jugend auf interessierte ihn die Technik auf das lebhafteste, und er erhielt eine sehr vielseitige Ausbildung hierin. Zunächst erwerb er sich nach dem Einjährigen-Examen das Uhrmacherdiplom auf der Uhrmacherschule in Le Locle in der Schweiz, ging dann auf die Stuttgarter Schule zurück und legte mit seinen Altersgenossen die Reifeprüfung ab. Es folgten Praxis und Studium des Maschinenbaues. Nach Verleihung der goldenen Medaille an der Technischen Hochschule in Stuttgart für eine Preisarbeit verließ er diese Anstalt, um sich auf Wunsch seines Vaters dem Studium der Physik, der Mathematik u.d der Astronomie zu widmen. Dies geschah an der Universität in Zürich (die Großmutter war Züricherin), wo im Jahre 1902 die Doktorpromotion in Physik erfolgte.
Seit August 1902 ist Dr. Oskar Junghans in der Firma tätig. Zunächst wurde dem neuen Direktor zwei Jahre lang vom Vater keine andere Arbeit zugewiesen, als die persönliche Kontrolle von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, von Maschine zu Maschine. Die Erhaltung traditionell hoher Qualität der Ware war richtunggebend; zu dem reichen Überblick über die Wissenschaft gesellte sich so die intensivste Einarbeitung in die Massenfabrikation. Und auch späler, bis zum Tode des Vaters im Januar 1920, hatte Dr. Oskar Junghans als Assistent seines Vaters sich mit jeder, selbst der kleinsten Qualitätsfrage persönlich zu beschäftigen.
Daneben oblag ihm die Bearbeitung aller wissenschaftlichen und patentrechtlichen Fragen.
Im Jahre 1906 hatte Geheimrat Junghans die Idee der Radiumleuchtuhr gefaßt. Diese Radiumleuchtmasse billig herzustellen, war eine der ersten, persönlich ausgeführten, wissenschaftlichen Betriebsarbeiten des jungen Direktors, und es ist dieser Arbeit hauptsächlich zu verdanken, daß die Radiumuhr ein Massenartikel wurde. Zahlreiche Erfindungen folgten. Dr. Junghans ist auch der Schöpfer der im Krieg so viel begehrten Magnet Lampen, deren Patente er später weitergegeben hat.
Wenn heute die Gebrüder Junghans A.-G. eine Taschenuhrenfabrik besitzt mit einer täglichen Produktion von über 1000 Stück, und wenn die Junghans-Taschenuhr sich in ungeahnt kurzer Zeit ein hohes Ansehen errungen hat, so geschah dies unter der beinahe ausschließlichen Leitung von Dr. Oskar Junghans. Billigste und teuerste Taschenuhren hatte Deutschland längst fabriziert. Die Erreichung und Übertragung all der zahlreichen Spezialitäten, deren technische Höhe die Qualität der guten schweizerischen Qualitäts-Massenfabrikation ausmacht, war Dr. Junghans vorbehalten. Es handelte sich hier nicht nur um die Schaffung einer Uhrenfabrik, wie sie in der Schweiz üblich ist, sondern auch um die Schaffung eines Werkes für feine Zifferblätter und für Lochsteine, einer Sepezialfabrik für feine Taschenuhrgehäuse und anderes mehr.
Dazu kamen seit 1920 auch wichtige Neuerungen auf dem Gebiet der Großuhrenfabrikation, der Messingfabrikation und der Drahtzieherei.
Wenn es anderwärts Autoritäten auf dem Spezialgebiet der Großuhrenfabrikation oder dem der Taschenuhrenfabrkation gibt, so dürfte es doch wohl eine Seltenheit sein, daß jemand beide Gebiete beherrscht, wie es bei Oskar Junghans der Fall ist, der als technischer Direktor gemeinsam mit Erwin Junghans als kaufmännischem Direktor und mit einem jüngeren Bruder die Fabrik leitet.
Im Revolutionsjahr 1918 übernahm er die Führung des Verbandes der Uhrenindustrie und der verwandten Industrien des Schwarzwaldes E. V. Es gelang ihm, in einwandfreier Zusammenarbeit mit seinen Kollegen, der Uhren-lndustrie bis 1921 jeden Streik zu ersparen. Man mag daraus sein Verhältnis zu den Arbeitgebern und Arbeitnehmern ersehen. Als er im Jahre 1921 den Vorsitz niederlegte, wurde ihm von seiten seiner Kollegen eine herzliche Ehrung zuteil.
Dr. Oskar Junghans ist Mitglied: des Ausschusses der Freunde der Technischen Hochschule in Stuttgart, des Beirates der Staatl. Württ. Höheren Maschinenbauschule in Eßlingen, des Schulrats der Württembergischen Fachschule für Feinmechanik, Uhrmacherei und Elektromechanik in Schwenningen a. N., als 2. Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Württ. Fachschule für Feinmechanik, Uhrmacherei und Elektromechanik der E. V. in Stuttgart, des Schulrates Kunstgewerbeschule in Stuttgart und des Ausschusses des Deutschen Museums in München.
Den sozialen Problemen steht Dr. Junghans durchaus fortschrittlich gegenüber. Er vertritt die Ansicht, daß keine Stockung in den Arbeiten zur Lösung dieser großen Fragen eintreten darf. Auch alle größeren Organisationsfragen innerhalb der Junghans Betriebe werden von diesem Gesichtspunkte aus behandelt. Nachdem sich eine Lösung des sozialen Problems gegen den Kapitalismus als unmöglich erwies, muß seiner Ansicht nach die Bahn frei werden für die einzige Aussicht auf Erfolg, nämlich die, eine Befriedigung mit Hilfe des Kapitals zu erzielen.Dr. Oskar Junghans ist verheiratet mit einer Tochter des früheren Oberingenieurs der Firma Junghans, Herrn A. Hirth, des bekannten Maschinenkonstrukteurs und heutigen Fabrikanten. Vater wie Schwiegervater des jetzigen technischen Leiters der Firma Gebrüder Junghans A.-G. sind Ehrendoktoren der Stuttgarter Hochschule. Es ist offenkundig, wie das hohe Ansehen der Firma mit der wissenschaftlichen Wertschätzung ihrer technischen Leiter Hand in Hand geht. Die neueste Ehrung wird sicherlich ein neuer Ansporn zu einem weiteren Aufstieg der Firma in Qualität und Leistungsfähigkeit sein.
 
 
1925, Nr. 46 page 937
Gebr. Junghans A.-G., Schramberg. Zu der in letzter Zeit eingetretenen Befestigung des Kurses der Aktien teilt die Gesellschalt mit, daß die Kurssteigerung vermutlich auf Interessentenkäufe zurückzuführen wäre. Die Geschäftslage der Firma ist als durchaus befriedigend zu bezeichnen. Das Auslandsgeschäft und insbesondere der Export nach Japan, China und England, hat etwas nachgelassen, dagegen ist das Inlandsgeschläft als recht günstig zu bezeichnen. Nach einer Börsenschäitzung dürfte eine Dividende von 6 bis 7 % zu erwarten sein.
 
1925, Nr. 47 page 961
Gebr. Junghans A.-G., Schramberg i. WLtbg. Der Aufsichtsrats-Sitzung wurde die Bilanz 1924/25 vorgelegt, die mit einem Gewinn von 1041522,41 M abschließt. Es soll der am 19. Dezember stattfindenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8% auf die Stammaktien vorgeschlagen werden.
 
1925, 49 page 1007
Gebrüder Junghans A.-G., Uhrenfabriken, Schramberg i. Wttbg.
Dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 1924 hin zum 30. Juni 1925 entnehmen wir folgendes: Das Berichtsiahr ist das fünfundzwanzigste, seitdem die im Jahre 1861 gegründete• Firma in die Form einer Aktiengesellschaft übergegangen ist. Es war ein Jahr des Wiederaufbaues auf der Grundlage der wiederhergestellten Währung und brachte, in Anpassung an den Weltmarkt, steigende Löhne und Preise für die Rohstoffe, denen die Verkaufspreise nicht immer rechtzeitig angepaßt werden konnten.
Alle Fabriken waren voll beschäftigt, trotzdem die Zollpolitik einiger Hauptabsatzgebiete und vor allem auch die politischen Unruhen in Ostasien das Geschäft ungünstig beeinflußt haben. Den Ausgleich bot eine günstige Entwicklung des deutschen Marktes und die Tatsache daß die Schramberger Taschenuhr sich als der guten Schweizer Taschenuhr gleichwertig durchzusetzen beginnt.
Bei den in der Bilanz mit 1158660 M verzeichneten Vorratsaktien handelt es sich um 19310 Aktien des Unternehmens im Nennwert von 2 703 400 M, die sich im treuhänderiscben Besitze der Messingwerk Schwarzwald A.-G., einer Tochtergesellschaft der Gebrüder Junghans A.-G., befinden. Sie nehmen an der Dividende nicht teil. Die •Vorzugsaktien A sind mit den Anteilrechten auf den 30. Juni 1925 eingezogen worden. Neben 500 Schuldverschreibungen sind noch 564 Vorzugsaktien A nicht zur Einlösung gelangt; die Aktienrechte als solche sind fur diese erloschen. Vorräte und Schuldner sind vorsichtig bewertet. Das Anwachsen dieser Posten wie auch die Summe der Gläubiger entspricht den gestiegenen Preisen und dem lebhafteren Geschäftsgang. Die starke Erhöhung der Schuldner ist z. T. auf die langsamere Zahlungsweise zurückzuführen. Die Bilanz am 30. Juni 1925 schließt in Aktiven und passiven mit rund 22,28 Mill. M ab. Aktiven (runde Zahlen): 4,6 Mill. M, Beteiligungen und Darlehen, an befreundeten Unternehmungen 2,7 M; Vorräte 8 Mill. M; Bar und Wechsel 753000 M, Vorratsaktien 1,15 Mill. M; Schuldner 4,98 Mill. M; Passiven: Stammaktien 14.56 Mill. M; Vorzugsaktie 420000 M; Reservefonds• 2 Millionen M; Aufwertungsposten 46000 M; Gläubiger 4.22 Mill. M; Reingewinn 1041000 M. Der Reingewinn soll wie folgt verteilt werden: 6% auf die Vorzugsaktie 25000 M. 8% Gewinnanteil auf 11856600 Stammaktien 948528 M, Vortrag auf neue Rechnung 6779441 M. Die wieder sehr knapp gehaltene Bilanz verrät auf jeden Fall soviel daß die Firma Gebrüder Junghans A.-G. durchaus gefestigt, ja relativ sehr gut dasteht. Eine Dividende von 8% für den weitaus größ ten Teil des in günstiger Weise zusammengelegten Aktienkapitels ist bei den heutigen Verhältnissen als außerordenlich günstig zu bezeichnen. Über die Aussichten des laufenden Jahres kann die Firma nur sagen, daß sie bislang voll beschäftigt war. Lebhafte Bedenken muß der enorme Steuerdruck erwecken. Was an Steuern mehr zu bezahlen war (Steuern und soziale Lasten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit 1073123,35 M. aufgeführt!) als von der ausländischen Konkurrenz, reicht vollständig aus, um dieser einen schönen Nutzen und damit einen großen Vorsprung zu sichern. Sehr erfreulich ist die Entwicklung der Taschenuhr Fabrikation, die nach einem kürzlich herausgegebenen Prospekt der Firma Junghans im Jahre rund 240000 Stück beträgt davon ein sehr erheblicher Prozentsatz Qualitätsuhren.
 
1931, Nr. 27 page 399
Gebrüder Junghans A.G., Schramberg. Am 20. Juni wurde die Schwenninger Fabrik der Gebrüder Junghans A.G. geschlossen. Der Betrieb was bereits in den letzten Jahren stark eingeschränkt worden. In normalen Zeiten wurden in der Fabrik 400 bis 500 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die Uhrenfabrik Haller & Benzing sowie die Zählerfabrik Isaria A.G., beide gleichfalls in Schwenningen, wurden bereits vorher stillgelegt.