Junghans invention - Helicopters, pocket watches, helicopter flight simulation and more.

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Junghans invention

Junghans > Parts
In 1929 Junghans invented a new simple feature to stop the balance from moving so that it was possible to set the watch exact to the second by pulling the crown.

Junghans pocket watches with second-adjustment in the 1930 catalog.
The only watch to be set (by special device) exactly to the second. J41, J41a

Junghans pocket watches with second-adjustment in the 1931 catalog.
Second adjustment. The watch to be set exactly to the second. J41, J41a, J48

Junghans pocket watches with second-adjustment in the 1934 catalog.
Second adjustment. The watch to be set exactly to the second. J41, J41a, J47b, J48

Known pocket watches which also have the second adjustment:
J47G, J47b/1,J47c/1, J47d/1, J48b/1
Article from the "Deutsche Uhrmacherzeitung"
1929, Nr. 52, page 960.

Eine Neuerung aus der Taschenuhren-Industrie
Anhaltevorrichtiung zum sekundengenauen Einstellen von Taschenuhren
Da man seit längerer Zeit keine sonderlich bedeutende Neuerung an Taschenuhren kennengelernt hat, überrascht jetzt die Einführung einer zum Patent angemeldeten Vorrichtung zum Anhalten von Unruhen in Taschenuhren der Firma Gebrüder Junghans A.G. in Schramberg. Dieser Vorrichtung liegt ein Gedanke zugrunde, der in mannigfacher Art schon längst in Stoppuhren verwirklicht ist, der aber hier von der Firma Junghans in sehr geschickter Auswertung der technischen Erfordernisse unserer Zeit für einen ganz anderen Zweck angewendet wird. Wegen der Bedeutung, die man dieser Neuerung deshalb beimessen muss, wollen wir hier ausführlich auf Einzelheiten der Konstrucktion eingehen.
Die Vorrichtung besteht in der Hauptsache aus einer unter dem Fuß des Federhausklobens angebrachten Stahlfeder von der Breite des Unruhreifens. Ein Ende dieser Feder liegt in einer Nut und wird durch eine Schraube festgehalten. Die Feder ist dann in der aus der Abbildung erkennbaren Form so gebogen, dass sie mit einigem Druck am Zapfenende der Aufzugswelle anliegt, während das freie Ende der Feder etwa ein Millimeter von den Unruhschraubenköpfen entfernt steht. Sobald die Aufzugskrone mit der Welle zum Zwecke der Zeigerstellung herrausgezogen wird, weicht die kleine Stahlfeder in der Richtung nach der Aufzugswelle aus und gleichzeitig nähert sicg das Ende der Feder so weit zur Mitte der Unruh, bis irgendein Schraubenkopf gefangen und die Unruh anghalten wird. Durch Hineindrücken der Aufzugkrone tritt er ursprüngliche Zustand wieder ein und die Unruh wird zum Schwingen frei.
Der Federdruck gehen die Unruh ist verschwindend klein und gefährdet die Zapfen in keiner Weise. Die Sicherheit des Anhaltens aber ist ebenso wenig Mehrarbeit und nur zwei neue Teile, nämlich die Feder und die Schraube, so dass der Preis der Uhr nicht wesentlich höher ausfallen wird als bisher. Die Verwendung der Vorrichtung in der Praxis ist nun folgende:
Seit der allgemeinen Einführung des Rundfunks wird zu bestimmten Stunden die genaue Zeit gesendet, wonach in allen Kreisen der Bevölkerung die Uhren gestellt werden. Diesen neuen Ansprüchen eines jeden Rundfunkhörers, die Uhr schnell und möglichst genau einstellen zu können und die auch und mit Interesse der allgemeinen Uhrenwerbung als sehr beachtenswert erscheinen, passt sich die neue Junghans Uhr ganz besonders an, indem sie es eben ermöglicht, die Zeit auf die Sekunde genau einzustellen. Sobald die Zeitansage bevorsteht, zieht man, wenn der Sekundenzeiger auf der Sechzig steht, die Krone heraus und stellt dann nach der Angabe die Ansagers den Minutenzeiger entsprechend richtig ein. Der Ansager zählt dann Sekunden bis zur vollen Minute und in diesem Augenblick drückt man die Krone hinein. Ohne jede Übung kann man auf diese Weise die Uhr sofort genau Einstellen, wie wir es selbst festgestellt haben. Ebenso bequem lässt sich das Nauener Zeitsignal, das Signal von einem Zeitball oder die genaue Zeit von Sekundenpendeluhren oder Chronometern übernehemen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Verwendungsmöglichkeit dieser Uhr beim Sport als Stoppuhr, obwohl die von der Fabrik für diesen Zweck nicht eingerichtet ist und kurze Zeiten nicht genau genug anzeigt. Immerhein wird es manchem Sportmenschen lieb sein, einen Universalzeitmesser in der Tasche zu tragen, wobei er dann natürlich eine Armbanduhr zur Ergänzung benötigt.
Selbst bei kritischer Betrachtung der Anhaltevorrichtung kann man dieser die Anerkennung nicht versagen. Aus der Abbildung ist zu erkennen, dass die Vorrichtung ebensogut bei Unruhen mit Schrauben wie bei glatten Unruhen angebracht werden kann. Ein dem Uhrmacher sehr willkommener Vorzug besteht darin, dass beim Zeigerstellen das Ticken aufhört und der Sekundenzeiger stehen bleibt, denn diese beiden äußeren Kennzeichen werden dafür sorgen, dass die Kunden in Zukunft nicht mehr vergessen, die Krone nach dem Zeigerstellenhineinzudrücken. Als ein Nachteil könnte es betrachtet werden, dass die Unruh bei jedesmaligem Zeigerstellen angehalten und dadurch ihre Schwingungsweite geändert wird. Tatsächlich wird aber auch die Unruh von jeder anderebn Uhr beim Zeigerstellen gestört, denn wenn die Viertelrohrrebung noch so gering ist, wird die Antriebskraft  größer oder kleiner, je nachdem man die Uhr vor- oder zurückstellt. Technische Bedenken gegen die Einführung der Neuerung haben wir also bis jetzt nicht gefunden und es bliebe zum Schluß nur für den Geschäftsmann noch die Frage offen, wie der Kunde die Junghans Uhr aufnehmen wird.
Es ist sehr wahrscheinlich und die bisherigen Beobachtungen der Firma Jughans bestätigen dies, dass die genaue Einstellmöglichkeit an Taschenuhren vom Publikum begrüßt wird. Der Verkäufer wird die Uhr leicht verkaufen können, weil er in der Lage ist, die sekundengenaue Zeigereinstellung vorzuführen. Das Neue an der Uhr wird den Kunden mehr für seine Uhr begeistern, als es bisher der Fall war, weil er die Möglichkeit hat, den Mechanismus seiner Uhr ohne Gefahr für diese zu beeinflussen. Gerade hierein liegt ein günstiges Verkaufsmoment, dass z.B. auf dem Automobilmarkt ein Hauptcharakteristikum in der Werbung bildet. Die meisten Menschen steuern doch sehr wahrscheinlich deshalb so gern Automobile, weil sie dabei Gelegenheit haben, eine Maschine zu dirigieren, viel weniger aber deshalb, weil sie schneller vorwärtskommen. Überhaupt würde es von Vorteil sein, in der Werbung unseres Faches mehr technische Besonderheiten in den Vordergrund zu stellen, damit auch die Uhr bei den technischen Interssiertheit des modernen Menschen eine Rolle spielt. Dazu bietet gerade die Vorrichtung zum Einstellen einer Taschenuhr auf die Sekunde eine günstige Gelegenheit. O.H.



Article from the "Die Uhrmacherkunst"
1930, Nr. 7, page 134

Eine neuartige Stoppvorrichtung. Man sollte meinen, das Gebiet der normalen Herrentaschenuhr wäre nach allen Richtungen geistig so durchgearbeitet, daß es kaum mehr möglich wäre, heutzutage noch Erfindungen daran anzubringen, die unter Beibehaltung der allgemeinen Form und aller Konstruktionseinzelheiten durch eine ganz kleine Abänderung der Uhr einen erheblich höheren Gebrauchswert verleiht. Eine solche Einrichtung dürfen wir zweifellos in der Sekundeneinstellvorrichtung erblicken, die neuerdings den Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG in Schramberg als Deutsches Reichspatent nebst einem Zusatzpatent und verschiedenen Auslandspatenten geschützt ist.
Es ist ein anerkanntes Bedürfnis, heutzutage eine Uhr zu besitzen, die man genau auf die Sekund einstellen kann. Man denke nur an die Zeitansage im Radio, die vielen nach Sternwartezeit berichtigten Uhren, die man in den Schaufenstern guter Uhrmacher ausgestellt sieht, die elektrischen Zeitanlagen, lauter Einrichtungen, di man modernen Menschen den Begriff der Sekunde viel klarer zum Bewußtsein kommen lassen.
Da ist es nun ein glücklicher Griff gewesen eine Vorrichtung zu schaffen, die es dem bultigsten Laien, wenn er ganz wie bisher die Krone seiner Taschenuhr zum Zeigerstellen herauszieht, ermöglicht, den Sekundenzeiger anzuhalten. Wie war es den früher? Wenn das Minutenrohr mit besonders viel Reibung auf dem Minutenradtrieb lief, so konnte man wohl durch Rückwärtsdrehen der Krone eine so starke Gegenkraft auf das Uhrwerk ausüben, daß es stehen blieb oder aber rückwärts ging. Bei feiner gehaltenen Uhren war aber meist das Chausèe mit geringer Reibung aufmontiert und bei billigeren Ausführungen war die Reibung nicht auf dem ganzen Umfang gleich, so daß es nur in bestimmten Zeigerstellungen möglich war, die Uhr anzuhalten und zu alledem ließ auch bei längerem Gebrauch durch das häufige Zeigerstellen die Reibung nach, so daß dieses Verfahren bei älteren Uhren kaum anwendbar ist, gar nicht zu reden davon, daß es eine ungeheuer geschickte Hand erfordert, wie man sie beim Lainen für gewöhnlich kaum vorraussetzen darf.
Demgegenüber arbeitet die neue Einrichtung von Junghans folgender Maßen.
Eine dünne, U- förmige gebogene Feder 1 ist in den Fuß einer Brücke eingesetzt und in solcher Weise mit einer Schraube befestigt. Wenn in normalem Zustand die Aufzugskrone 2 hineingedrückt ist, so biegt sie mit ihrem unteren Ende die Feder 1 in der Weise, daß ihr freies Ende von der Unruh 3 abgehoben wird und ihr somit ein unbehindertes Schwingen gestattet. Zieht man die Krone 2 heraus, so kehrt die Feder 1 in ihre Ruhelage zurück, ihr freies Ende kommt dadurch in die Schwingundbahn der Unruh 3 und übt auf sie eine sanfte Bremswirkung aus, die sie zum sofortigen Anhalten veranlaßt. Beim Wiederhereindrücken wird gleichzeitig ir der Ausschaltung der Zeigerstellräder die Unruh freigegeben.
Nichts hat sich am Werk geändert als die Einlegung einer kleinen Feder und ihre Befestigung mit einer Schraube. So gering die Änderung aussieht, so wertvoll ist sie doch für den Gebruach der Uhr in unserer Zeit der Ausnutzung kleinster Zeiteinheiten.
Die Handhabung geht ja schon aus dem Vorstehenden hervor, doch sei sie nochmals kurz skizziert:
Bei der Zeitansage am Radio hält man rechtzeitig vorher die Uhr an, wenn der Sekundenzeiger eben auf 60 steht und stellt dann den Minutenzeiger aud die erwartet volle Minute. In dem Augenblick, wo diese angesagt wird, drückt man die Aufzugskrone herunter und die Uhr geht Sekundengenau. Sinngemäß verfährt man bei der Zeitabnahme von jeder normalen Uhr.
Aus dem Vorliegenden geht aber auch hervor, daß sich die Uhr ganz gut für Messungen eines bestimmten Zeitablaufs verwenden läßt. Man braucht nur den Sekunden- und Miuntenzeiger auf 60 einzustellen und die Uhr beim Beginn der zu messenden Zeit durch Hieneindrücken der Krone in Gang zu setzen.
Für den Sportfreud, der die Spielzeit überwachen will, für den Autofahrer, der seine Fahrtzeit kontrollieren will und in hundert anderen Fällen gibt die neue Uhr einen jederzeit verfügbaren Ersatz für die Stoppuhr. Insofern eröffnet diese Uhr neben ihrer Eigenschaft als Taschenuhr eine weitere Verwendungsmöglichkeit, die bisher nur durch einen zweite, nämlich eine Stoppuhr, möglich war.
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